Alternativtext

Bildung - Forschung - Entwicklung

Untersuchung des Publikations- und Rezeptionsverhaltens von DFG-geförderten Wissenschaftlern unter besonderer Berücksichtigung von Open Access

Projektbeschreibung:

Um ihr Förderhandeln nach Unterzeichnung der „Berliner Erklärung über offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen“ auf der Basis empirisch fundierter Daten gezielt modifizieren zu können, hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft im Sommer 2004 eine Umfrage in Auftrag gegeben, mit der die das Publikations- und Rezeptionsverhalten der unterschiedlichen Disziplinen maßgeblich bestimmenden Faktoren ermittelt werden sollten.

Die Studie wertet eine Umfrage unter Wissenschaftlern aus, die im Zeitraum 2002 bis 2004 eine Förderung seitens der DFG erhalten haben. Die zugrunde liegende Stichprobe von 1.600 Personen umfasste zu je einem Viertel Wissenschaftler aus den Geistes- und Sozialwissenschaften, den Lebenswissenschaften, den Naturwissenschaften sowie den Ingenieurwissenschaften. Innerhalb dieser vier Wissenschaftsbereiche wurde wiederum zwischen etablierten Wissenschaftlern und Nachwuchswissenschaftlern (i. e. Wissenschaftler, die im Rahmen eines auf die Nachwuchsförderung zielenden Programms der DFG gefördert wurden) unterschieden.

An der Erhebung, die im Oktober und November 2004 stattfand, konnten die Befragten mittels Druck- oder Online-Fragebogen teilnehmen. Nach Ausweis der erfreulich hohen Rücklaufquote von 64 Prozent ist die Umfrage im Hinblick auf die Verteilung der Wissenschaftsbereiche ebenso wie im Hinblick auf den beruflichen Status der Befragten zum Zeitpunkt der Antragstellung repräsentativ.

Ein Hauptanliegen der Studie war es, das bisher herrschende Informationsdefizit bezüglich der Verbreitung und Nutzung von Open Access Publikationen zu beheben. Die Ergebnisse zeigen, dass Veränderungen der Publikationstechnologie (Internet) die Fachkulturen im Publikationsverhalten noch wenig beeinflusst haben. Nach wie vor lassen sich drei Fachkulturen deutlich unterscheiden: Von den von Zeitschriften dominierten und international orientierten Natur- und Lebenswissenschaften heben sich zum einen die Ingenieurwissenschaften ab, bei denen auch den „Proceedings“ eine wichtige Bedeutung zukommt, zum anderen die Geistes- und Sozialwissenschaften, die die breite Palette verschiedenartiger Publikationsmedien nutzen und stärker der Fachöffentlichkeit im eigenen Land zugewandt sind.

Bei der Betrachtung von Open Access zeigt sich insgesamt, dass Wissenschaftler diese Publikationsmöglichkeit noch wenig kennen und sie bislang auch nur selten nutzen.

Auftraggeber:

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Zeitraum: 2004 - 2005

Publikationen:

Publikationsstrategien im Wandel. Ergebnisse einer Umfrage zum Publikations- und Rezeptionsverhalten unter besonderer Berücksichtigung von Open Access

DFG Infobrief 1/2005

Anprechpartner:

Albert Over (e-Mail: over@ges-kassel.de; phone: +49-561-72975-33)